Acorn

The Mighty MicroDoch Acorn merkte, dass die Konkurrenz nicht schlief und schon kurz nach der Veröffentlichung des Atom werkelte die Firma an dem Entwurf eines Nachfolgers. Zu dieser Zeit existierten bereits 16 Bit Prozessoren, die jedoch noch viel zu teuer waren. Zudem kostete RAM damals noch viel Geld und es machte wenig Sinn einen 16-Bit Prozessor anzubieten, der nicht auf die entsprechende Menge Speicher zugreifen konnte. Im Zuge der Diskussion über den Nachfolger schlug Hauser letztendlich vor, dass erneut ein 6502 Prozessor genutzt werden , jedoch deutlich mehr Erweiterungsmöglichkeiten haben sollte. Die Ingenieure, die zuvor den Atom abgelehnt hatten, sahen nun die Chance mit dem Nachfolger, namens Proton, einen „richtigen“ Computer zu bauen.

Hierbei dachten sie an die „Tube“, einer proprietären Schnittstelle, bei der es möglich war einen zweiten Prozessor zu integrieren. Der Sinn dabei war, einen kostengünstigen Rechner zu erstellen, den später die Möglichkeit gegeben war mit fortschrittlicheren (und natürlich teureren) Prozessoren ausgestattet zu werden. Das Tube-System war dabei so ausgelegt, dass bei der Nutzung eines zweiten Prozessors, der Ursprungsprozessor lediglich für die Ein- und Ausgabe von Daten fungierte.

Eine weitere entscheidende Komponente für das Entstehen des Proton war die britische Fernsehanstalt BBC, die etwa zur gleichen Zeit darüber nachdachte ein Schulungsprogramm für die Nutzung von Computern zu entwickeln. Entstanden war die Idee als Folge der Fernsehdokumentation „The mighty Micro“, in der Dr. Christopher Evans des britischen National Physical Laboratory voraussagte, dass der Mikrocomputer eine Revolution in Wirtschaft, Industrie und alltägliches Leben sein würde. Die Dokumentation schlug in Großbritannien wie eine Bombe ein und ließ sogar das britische Parlament darüber debattieren, was zur Folge hatte, dass sogar das Department of Industry und BBC Enterprises Interesse bekundeten. Hierbei dachte BBC daran zeitgleich einen Computer anzubieten, der das gesehene aus der zukünftigen Dokumentation auch zuhause leisten konnte. Das Department of Industry stimmte den Spezifikationen der Ingenieursabteilung des BBC zu, forderte allerdings, dass der Computer in Großbritannien gefertigt sein müsste. Die Spezifikationen wiesen an, dass der Computer folgende Themen abdecken müsse: Teletext/Telesoftware, Kommunikation, Steuerhardware, Programmierung, künstliche Intelligenz, Graphik, Sound und noch etliche mehr.

NewBrainDie ersten Gespräche für eine Zusammenarbeit führt die BBC mit Sinclair, der ihnen den NewBrain vorstellt, der ursprünglich von Sinclair entwickelt wurde, nun aber durch Newbury Laboratories vertrieben wurde. Der NewBrain wurde zwar kontinuierlich weiterentwickelt, allerdings stellte sich schon bald heraus, dass er die Spezifikationen nur ansatzweise erfüllen konnte und zudem nicht ausreichend schnell verfügbar war. Aus diesem Grund musste die Dokumentationsreihe von Herbst 1981 auf das Frühjahr 1902 in 80 verschoben werden. Als dies bekannt wurde reichten Sinclair und Acorn ihre eigenen Vorschläge ein. Für das Projekt hatte Acorn ein kleines Team mit mit Roger Wilson, Steve Ferber und Ramesh Bannerji zusammengestellt, die einen frühen Prototypen des Proton der BBC vorstellen konnte. Bei der anberaumten Demonstration des Proton konnte dieser aller geforderten Spezifikation weit übertreffen und Acorn erhielt 1982 den Vertrag für den BBC Micro zugesprochen. Das Projekt war so erfolgreich, dass sogar die britische Königin dem noch jungen Unternehmen den Award for Technology verlieren hatte. Trotz des druckfrischen Vertrages und des erfolgreichen Atom benötigte Acorn viel Kapital, um das Projekt BBC Micro zu stemmen. Der erste Besuch galt daher der Hausbank von Hauser, der hierbei um einen Kredit von 1 Million £ bittet. Die Hausbank lehnt dies kategorisch ab, jedoch hört die Barclays Bank davon und leiht dem Unternehmen die benötigte Summe. BBC Micro

Der nun BBC Micro genannte Nachfolger des Atom basierte auf dem 6502-Prozessor, der mit 2 MHz getaktet war. Insgesamt gab es drei verschiedene Ausstattungsvarianten:

  • den Acorn A mit 16 kB RAM ( £235 )
  • den Acorn B mit 32 kB RAM ( £335)
  • und den Acorn B+ mit 64 KByte RAM ()

Auf der Rückseite besaß jeder dieser Ausstattungs Varianten einen Fernseheranschluss, sowie einen Video Out, RGB, RS423, Kassetten-Schnittstelle, Analog-in und Econet.Intern besaß der Acorn in seinem ROM mit BBC BASIC bereits ein leistungsfähiges BASIC. Er bot eine Grafikauflösung bis zu 640×256, 4-Kanal-Sound, Digital-Analog-Wandler und diverse externe Schnittstellen (Parallel, Seriell, Monitor, TV, User-Port). Auf der britischen Insel genoss der BBC Micro, nicht zuletzt durch die Fernsehdokumentation, einen regelrechten Kultstatus und zahlreiche Personen aus der Musikbranche nutzten diesen Computer intensiv. Beispielsweise benutzte die Gruppe Queen für ihre Platte A Kind of Magic den Computer, aber auch Vince Clarke, der bereits mit Yazoo, Depeche Mode oder Erasure Erfolge feierte, den BBC Micro (und auch später den Nachfolger BBC Master).

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